Der Morgenkönig – Orange Regenbogenfisch (Melanotaenia
parva)
 
Dass manche Regenbogenfische in den Morgenstunden in den
herrlichsten Bekleidungen strahlen und am Nachmittag wieder
ihr Aschenputtelkleid überziehen ist nichts neues. Ein Meister
dieser Auffälligkeit ist der Orange Regenbogenfisch
(Melanotaenia parva).
Seit ich in der Zeitschrift Aquarium Live einen Artikel von Heiko
Bleher über seine Entdeckungsreise zu diesen herrlichen
Fischen gelesen habe, träumte ich davon, diese Fische zu
pflegen. In meiner Umgebung waren diese jedoch leider nicht
zu bekommen. Erst auf einer Reise nach Tschechien im April
2005 stiess ich nun endlich auf den Morgenkönig. Mit meinen
Schweizer Interessensgenossen und Reisebegleitern
besuchten wir einen alten, guten Freund; den Präsidenten des
Aquarianervereins in Zdar nad Sazavou, Ing. Jaroslav Dvorak.
Bei einem feinen Kaffee durften wir die wunderschönen
Pflanzen und farbigen Fischschwärme seines Schauaquariums
bewundern. Danach folgten wir der Einladung in den
Aquariumkeller.
Wir konnten Verschiedenste Salmlerarten, Lebendgebärende,
Buntbarsche und Regebogenfische beobachten, die die
Aquarien durchschwammen. In 3 Etagen füllten diese den
Raum gänzlich aus. Nach einem Blick auf ein Ein-Meter-Becken
schien mir das Herz auszusetzen… Es war soweit, ich stiess
auf die Morgenkönige: Einen Schwarm Melanotaenia parva.
„Sind das tatsächlich parvas?“ versicherte ich mich in
misstrauischer Art. Ich hatte die parvas bis anhin nur auf Bildern
auf meinem PC bestaunen können.
Und sie waren es tatsächlich, diejenigen die ich lange gesucht
habe. Jarek – so kürzt man den Namen Jaroslav für gewöhnlich
in Tschechien ab – war leider jedoch so gut wie ausverkauft, da
er kurz vorher eine Lieferung an einen Grosshändler getätigt
hat. Mit dabei auch die jungen Parvas.
„Ich hätte da aber noch kleine, sehr kleine parvas, wenn du
willst?“ meinte er, mein Interesse an diesen Fischen sehr wohl
wahrnehmend.
Natürlich sagte ich Ja und so landete ein Beutel mit 15mm
kleinen Exemplaren in meiner Styroporbox. Wir hatten nun noch
einen langen Weg vor uns, deshalb gaben wir etwas Sauerstoff
in den Beutel und gingen zurück zum Hotel, nachdem wir uns
verabschiedet hatten.
Am nächsten Tag nach dem Frühstück sah ich kurz nach den
Fischen und alles war in Ordnung. So reisten wir ab.
Wir waren den ganzen Tag unterwegs und am Abend war es so
dann weit. Wieder zuhause in Meilen – und die parvas im
Zürichseewasser (unser Leitungswasser). Alles klappte
bestens.
Die neuen Bewohner meines Aquariumkellers bekamen ein
eigenes, 1-Meter-Becken, dass sie nur mit einigen Ancistrus
teilen. Mit lebenden Artemia und gefrorenen Cyclobs wuchsen
sie schön heran. Im Herbst waren die Fische zwar noch nicht
ausgewachsen, aber vermutlich schon geschlechtsreif.
Ich habe ein Chemlon- Mop ins Aquarium gehängt und wenn es
möglich war, die Fische in den Morgenstunden beobachtet.
Etwa die Hälfte der Fische färbte sich stets wunderschön
orange aus – das waren die Männchen. Tatsächlich laichten die
parvas dann auch in den Mob.
Nach einer Woche habe ich den Mob herausgenommen und in
einem Kleinaquarium mit Aquariumwasser und feiner Belüftung
platziert.
Zu meiner grossen Freunde sind schon in den nächsten Tagen
viele Kleinfische geschlüpft. Der weitere Entwicklung verlief
problemlos: Infusorien, bald Artemia, gute Wasserqualität,
Wasserwechsel, dann feiner Filter, usw.
Die Verluste bei dieser Art waren minimal und es gab keine
oder nur wenige Defekte. Jedenfalls waren keine sichtbar. Ich
habe bei einigen Arten immer mal wieder Bauchrutscher, aber
hier habe ich nie welche gesehen.
Melanotaenia parva ist eine relativ kleinbleibende Art. Die
Männchen erreichen bei mir bis zu 8cm, was der
Internetliteratur widerspricht, welche 6cm beschreibt.
Die Männchen strahlen in den Morgenstunden in ihrem sattem
orange. Der Morgen ist ihre Laichzeit. Das königliche
Morgenkleid tragen sie bis zum Mittag, dann passen sie sich
den Weibchen an: Silbrige Farbe mit einem schwachen
orangen Ton und einer schwarzen, horizontal über den Körper
gezogenen, schwarzen Linie.
Der Nachteil an diesem Fisch ist, dass er auf einer Fischbörse
in der Schweiz so gut wie unverkäuflich ist. Unter Stress bleiben
die Farben völlig aus und so kauft sie nur, wer sie kennt und
weiss, worum es sich dabei handelt.
Wenn Besucher und Interessenten in meinen Aquakeller
kommen, ist es meistens bereits Nachmittag. Die Tiere sind
zwar nicht gestresst, aber das Morgenkleid hängt schon im
Kleiderschrank.
Trotzdem muss ich sagen, dass der parva ein wunderbarer
Regenbogenfisch ist – und einer meiner liebsten überhaupt die
ich züchte. Wie bereits beschrieben muss man mit der Zucht
langsam vorgehen, da der Fisch fast unverkäuflich ist. Er macht
viel Freude, mit ihm macht man aber keine grossen Geschäfte.
Die Pflege und Zucht weicht von anderen Melanotaenia-Arten
nicht ab
Gruss von Zürichsee, Badys 491
 
 
 

Fische nur für Anfänger?

 

Nach der Katastrophe mit Ueberflutung meines Aquariumkellers und Umzug nach Stäfa, habe ich meine Aquarien wieder in den Betrieb genommen. Es sind nicht mehr so viel wie Früher, aber die Hauptsache - sie sind wieder da.

In einem Becki habe ich von den frühern Zeiten, unter anderem auch ein Männchen Purpurprachtbarsch Pelvicachromis pulcher gehalten. Den Fisch habe ich von meinem Sohn vor einem Jahr bekam, weil er das Aquarium verkauft hat. Es war so wie so der Nachzucht von meinen ehemaligen Fischen, die der Jiri Junior erfolgreich nachgezüchtet hat.

Wenn ich den Fisch näher angeschaut habe, staunte ich, was für ein schöne Exemplar war das.

Vor einigen Wochen habe ich einen bekannten Aquarianer besucht. Zufällig sah ich in einem seinem Becki ein schönes Webchen der Art, das ohne Männchen am Boden knabert.

Sofort denke ich auf meinen Fisch, und trotzdem, das ich Purpur gar nicht züchten wollte, musste ich ihn fragen: „Das Weibchen hier, ist es alleine da?“

„Ja willst Du es?“ Da habe ich gar nicht gross überlegt.

„Na klar, ich habe ein Männchen, das gerade passen würde, ich nehme es gern.“

Da ich jetzt nicht so viel Platz zur Verfügung habe, mussten sich die Beiden in einem 70l Becki noch mit einigen Lebendgebärenden Girardinus metallicus vertragen, aber wie ich die Purpur kenne, sollte das kein Problem sein. Sie verteidigen Nachwuchs gerade beispielhaft. Es ist gefährlicher eher für die kleinen Männchen von metallicus.

Die Zwei haben tatsächlich angefangen hinten etwas zusammen putzen und vorbereiten und mir war klar, dass ich nach einigen Jahren wieder junge pulcher züchten werde.

Deshalb habe ich wieder (nach eine Pause) Artemia vorbereitet und wenn die Eltern mit einem grossen Schwarm von Jungen erstmals asusgechwämmt waren, könnte ich sofort füttern.

Und ich musste nach einigen Jahren, wo ich diese „einfache“ Fische nicht mehr gezüchtet habe staunen, wie wunderbar sie sind, wie schützen sie die Jungen und bei der Pflege schön wechseln, alle andere Fische unermüdlich weg jagen, für einen Liebhaber von Cichliden ein Leckerbiss.

Und so bin ich schlussentlich froh, dass ich per Zufall wieder auf diese Fische angestossen habe, weil Sie das Herz eines Aquarianers restlos glücklich machen können.

 

 

Smaragdprachtbarsch (Pelvicachromis taeniatus moliwe)

 

•         Moliwe

•         Herkunft Afrika - südl. Nigeria, Kamerun

•         Familie Cichlidae - Buntbarsche

•         Geschlechtsunterschied Das Männchen ist grösser und schöner, die After- und Rückenflosse läuft deutlich spitzer aus

•         Soziales Verhalten Paare bilden Reviere, aber friedlich gegenüber der eigenen und anderen Arten

•         Umgebung Es sollten ausreichend Versteckmöglichkeiten wie z.B. Höhlen und Wurzeln vorhanden sein. Die Bepflanzung sollte ausreichend dicht sein

•         Futter Gefrorenes- und Lebendfutter

•         Temperaturbereich 22 - 25°C

•         Länge ausgewachsen 9 cm

•         mind. Beckenlänge 80 cm

 

Aquarium, wo einige Ancistrus, ein Schmetterlingsbuntbarsch, etwa 15 Torpedobuntbarsche und ein Paar Smaragdbuntbarsche leben. Dort hat diese Paar abgelaicht. Aquarium hat die Massen 80 x 40 x 40 cm, Filter Schaumgummi mit Luftantrieb, Heizung ist nicht eingeschaltet. Meilener Leitungswasser pH  ca. 7.0 - 7.2, GH ca. 7, KH ca. 5, Wasserwechsel 1x wöchentlich ca. ½ des Wasserinhaltes. Die Smaragdprachtbarsche sind noch nicht ausgewachsen, sie haben unerwartet abgelaicht

 

Unter diesem Blumentopf haben die Fische abgelaicht. Eine Woche vorher hat ein anderes Paar in einem Aquarium 150 l abgelaicht. Diese Fische hatten mehr Glück gehabt, in dem Aquarium waren sie zusammen mir 40 Regenbogen fischen (bis sie anwachsen und zum laichen angesetzt werden sollen). Die Regenbogenfische habe ich unerwartet verkauft und eine Woche später haben die zwei abgelaicht. Wasserparameter gleich wie vorher, keine Heizung, Temperatur um 24°C. Sie haben hinten einem Stein abgelaicht mit ein wenig Sandumbau. In dem Aquarium kann man leider nicht so gut fotografieren, wegen vielen Pflanzen. Die Fische sind meistens hinten. Ich probiere sie einmal auch erwischen.

 

Dieses andere Paar hat hinter diesem Stein (Hintergrund) abgelaicht. Den Blumentopf (vorne) haben sie nicht in Anspruch genommen.

 

Ich habe  2 – 3 Jahre lang probiert diese Fische zu Vermehren. In Gesamtbecken haben sie Neste gebaut, wenn ich sie separat in einem Spezielaquarium plaziert habe, haben sie die Interesse an Fortpflanzung verloren und sich versteckt (jeder Fische in eine anderen Ecke). Diese 3 Paare sind nachher langsam gestorben. Im Herbst 2005 habe ich die 2 neue Paare bekommen. Wie gesagt, sie sind noch nicht ausgewachsen und sie laichen schon ab.

 

•         Als Futter bekommen die Fische gefrorenen aufgetaute Mückenlarven (weiss und schwarz), Wasserflöhe, gewachsene Salinakrebsen, die Jungfische nehmen seit sie freischwimmen willig lebendige frischgeschlüpfte Artemia, später gefroh. Cyclobs.

•         Die Wasserwerte sind bei uns in Meilen: pH ca. 7.0 – 7.2, GH ca. 7 – 8°, KH ca. 5 – 6°. In Aquarium gehen die Werte um ca. 2° zurück. D. h. das Wasser, wo sich die Fische vermehrt haben hat pH ca. 7.0, GH ca. 6° und KH ca. 4°.

•         Ein Problem stellt das Wasser doch dar, es ist mit Chlor desinfiziert und manche Fischarten vertragen dies nicht so gut – wie Welse und gerade auch Smaragdprachtbarsche. Für diese Fische muss das Wasser einige Tage stehen (am besten durchgelüftet) bevor es in Aquarium kommt.

 

•         Eine Woche später: Das Paar im Aquarium 150 l, wo die Eltern mit den Jungen alleine sind, hat angefangen sich zu streiten. Das Weibchen jagt das Männchen weg, Männchen bleibt 15 – 20 cm von der Gruppe entfernt. Da ich während des Tages arbeite, kann ich das Geschehen nicht immer beobachten. Am nächsten Tag sah ich, wie der Vater die Jungen führt, die Mutter wird weggejagt. In der andere Gruppe alles i. O., die Eltern pflegen gemeinsam und jagen die Eindringe unermüdlich weg. Die Gruppe ist zwar nicht gross, aber schön und Tip Top lebhaft.

 

•         Am nächsten Tag, wenn ich nach hause kam, war die Weibchen mit den Jungen in einer Ecke versteckt. Das Männchen ist aggressiv geworden und hat die Gruppe attackiert. Das Weibchen hat zwar die Jungen geschützt, aber bei der Wasseroberfläche sing einigen toten Jungen gelegen. Ich habe das Männchen sofort rausgenommen und in ein anderes Aquarium plaziert (250 l, wo rote Schwertträger an Wachsen gewesen sind. Es hat sofort die schöne Farben gezeigt, aber gegenüber den anderen Fischen hat sich sehr aggressiv verhalten

 

•         Diese Woche bekommen die Jungfische auch gefrorenes Cyclobs. In dem Aquarium wo jetzt nur die Mutter mit den Jungen lebte läuft jetzt alles glatt. In dem anderem Aquarium haben die Eltern immer noch Mühe mit der Beschützung den Jungen, wobei es wird jetzt langsam besser, die Jungen werden grösser und für die kleineren Mitbewohner nicht mehr als Futter angesehen. Die grösseren Männchen T. candidi stellen aber immer noch Gefahr dar. Das Männchen hat sich die Speisekarte durch die Bewachung verbessert und einige kleinere Fremdfische gefressen

 

•         Am Sonntag 20.2.06 hat sich die Situation des Grossaquarium, wo die Palvicachromis alleine sind auch im kleinerem Aquarium wiederholt. Das Männchen pflegte die Jungen, das Weibchen wird weggejagt. Ich musste vorbeugen, dass sich es in diesem Aquarium, wo noch andere Barsche sind, auch in die ungewünschte Richtung entwickelt. Ich wollte jetzt die Jungen zusammenbringen und die Eltern separieren. Da ich aber nicht gewusst habe, wie die Mutter in dem grösserem Aquarium auf die fremde, noch kleinere Junge reagieren wurde, habe ich die Mutter rausgenommen.

 

•         Die Fische haben sich in neuem Aquarium versteckt, die grössere, ältere Jungen sind auch ohne Mutter schön in Schwarm durch das Aquarium geschwommen, die neue, kleinere Gruppe bleibt am ersten Tag versteckt. Sie zeigen sich nur kurz bei Fütterung an. Ein kleine Fisch ist mit der andere Mutter in dem kleinerem, gesamten Aquarium unabsichtlich geblieben. Die Pflege der Mutter hat sich auf ihn konzentriert

 

Am nächsten Tag schwimmten die Fische schon zusammen. Entweder in einem Schwarm oder in zwei Gruppen, ohne Unterschied ob sich um Fische der 1. oder 2. Gruppe hangelt. Die Fische sind aber jetzt sehr scheu und es ist sehr schwierig sie zu fotografieren